Fasching rund um den Globus

Sind Sie ein Faschingsnarr? Oder ziehen Sie es vor, den maskierten Hästrägern möglichst schnell auszuweichen? Wohnen Sie in einer Faschingshochburg wie Mainz oder Köln, oder fällt es Ihnen in einer eher ländlichen Umgebung leicht, das bunte Treiben einfach zu vergessen?

Schon aus diesen Fragen geht hervor, dass es unzählige Möglichkeiten gibt, dieses närrische Fest zu begehen, die rund um die Erdkugel auch vollkommen ausgeschöpft werden.

Doch gestaltet sich der Karneval schon in Deutschland vielfältig genug, was auch an den regional unterschiedlichen Festtags-Bezeichnungen ersichtlich wird: Fasching, Fasnet, Fastnacht, Karneval,… Woher stammen diese verschiedenen Namen, die auf den ersten Blick kaum mit lustigem Treiben in Verbindung gebracht werden?

„Fasching“ und „Fasnet“ sind dabei mundartlich eingefärbte Abwandlungen des ursprünglichen Wortes „Fastnacht“, aus dem die Bedeutung bereits ersichtlich ist: Die Nacht des Fastens. Dabei ist die Nacht von Faschingsdienstag auf Aschermittwoch gemeint, in der die Fastenzeit vor Ostern beginnt.

Auch der Karneval hat keine andere Bedeutung. Denn er setzt sich aus „carne“, was im Italienischen „Fleisch“ bedeutet und „vale“, dem lateinischen Wort für „Lebe wohl“ zusammen. Das Wort stammt aus der Zeit, in der man die vom Winter verbliebenen Vorräte aufaß, die in der darauffolgenden vorösterlichen Fastenzeit ohnehin verboten gewesen wären.

Heutzutage bringen viele Menschen dieses Fest jedoch kaum noch mit alten Traditionen in Verbindung. Sie wollen feiern und Spaß haben, sich in einer Verkleidung verstecken und gut gelaunt sein. In den Faschingshochburgen gibt es große Umzüge, Prunksitzungen und Auftritte von Tanzmariechen. Die Kostüme werden meist nach Lust und Laune ausgewählt, es gibt jedoch auch Faschingsvereine, die die örtlich traditionellen Kostüme tragen. Diese können hin und wieder auch recht schaurig ausfallen, was auf den vorchristlichen Hintergrund des Winter-Austreibens zurückgeht.

Doch wie wird der Karneval anderswo gefeiert?

Der bekannteste fremdländische Karneval dürfte in Rio de Janeiro, Brasilien stattfinden, bei dem es für deutsche Verhältnisse nun wirklich hoch her geht! Fasching stellt für das ganze Land ein jährliches Highlight dar. Die riesigen Sambawettbewerbe, die zu diesem Fest dort traditionell stattfinden, sind weltweit aus den Medien bekannt. Wer könnte die Bilder der riesigen Federkostüme der Sambatänzer nicht kennen? Doch auch mit der Familie wird Fasching in Brasilien groß gefeiert: Es werden Strandhäuser gemietet und die ganze Nacht ausgelassen gefeiert und getanzt.

In Spanien dagegen existiert, auch mit regionalen Unterschieden, der Brauch, Kinder- und Erwachsenenkarneval zu trennen. Zuerst dürfen sich die Kinder verkleiden, ob als Cowboy, Prinzessin oder Pirat, und es werden lustige Spiele gespielt. Einige Tage darauf findet dann das Fest für die Erwachsenen statt, bei dem ausgiebig bis in die frühen Morgenstunden getanzt und gefeiert wird.

In Russland, der Ukraine und Weißrussland feiert man dagegen keinen Karneval, sondern die Masleniza, die „Butterwoche“, die aber einen vergleichbaren Hintergrund hat: das Ende des Winters und die Willkommenheißung des Frühlings. Es gibt Bälle und Umzüge mit einer großen Strohpuppe, die zum Abschluss traditionell verbrannt wird. Doch auch die Familie steht im Vordergrund: Verwandtenbesuche sind ebenso fest in die Bräuche integriert. Als Masleniza-Speise kennt man keine Faschingskrapfen oder Berliner, sondern die russischen Bliny, etwa vergleichbar mit deutschen Pfannkuchen.

In der islamischen Welt kennt man Fasching als solches natürlich nicht, da die christliche Fastenzeit als Vorbereitung auf Ostern unbekannt ist. Allerdings kennt man ebenso eine Fastenzeit, den Fastenmonat Ramadan, zu dem auch ein großes Fest gehört. Zwar feiert man es nicht wie Fasching zu Beginn der Fastenzeit, sondern an deren Ende. Es ist das Zuckerfest oder auch Eid al-Fitr genannt und eines der wichtigsten muslimischen Feste des Jahres. Dabei steht das gute Essen und Trinken gleichermaßen im Vordergrund. Außerdem ist es beispielsweise im Libanon ein absolutes Muss, seine alte Kleidung wegzuwerfen und für sich selbst und Bedürftige neue zu kaufen.

Letztendlich stellen diese Tage vor der Fastenzeit überall in der christlichen Welt und auch darüber hinaus die letzten frohen Tage vor der tiefsinnigeren Fastenzeit dar, bei der man noch einmal feiern und übermütig sein darf. Und diese Tage werden auch in jedem Land auf eine andere Weise, aber dennoch redlich ausgenutzt.

Wir wünschen Ihnen deshalb ein frohes Feiern!

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