If you don’t like it – go to Russia!

Auch Russland gewinnt in Zeiten der Krim-Krise oder Edward Snowdens mal wieder ein deutliches Mehr an Aufmerksamkeit…negativer Aufmerksamkeit!

Nicht, dass das bei Russland eine Seltenheit wäre. Dieses riesige, aber dennoch für Europäer himmelweit entfernte Land schafft es immer wieder, sich ins Gerede zu bringen, egal ob mit Menschenrechtsverletzungen, Drohungen Amerika gegenüber, als plötzlich menschenfreundliches Asylland für Edward Snowden oder als Big Brother für sämtliche ehemaligen Ostblock-Staaten!

„Wohin des Wegs, Russland?“ könnte somit eine aktuelle Frage lauten. Russland würde auf diese Frage wohl mit dem Zitat von Homer Simpson kontern: „If you don’t like it – go to Russia!“

Aber wenn man versucht, die Politik mit Wladimir Putin einmal außen vor zu lassen, was bleibt dann von dem Land selbst noch übrig? In durchschnittlichen europäischen Kreisen wird eigentlich immer nur über Politik gesprochen, über Pläne und Theorien. Aber in Russland leben auch noch Millionen Menschen, die nichts mit Putin und seinen Machenschaften am Hut haben, die Wünsche und Träume haben, die jeden Tag hart arbeiten und den Europäern doch gar nicht so fern sind. Sollte man meinen…

Eine Liste russischer Dinge, die jeder Deutsche eigentlich kennen sollte, soll einmal einen winzig kleinen Happen aus der russischen Kultur anbieten, für alle, die gerade Appetit darauf haben. Natürlich ist dieser Ausschnitt mehr als subjektiv, aber er beweist doch deutlich, dass Russland nicht nur aus einem Mann besteht! Und vor allem soll er Appetit machen auf mehr:

  • Kälte: Naja, dass es in Russland klirrend kalt werden kann, weiß doch jeder, oder? Aber dass Russen, die hierher nach Deutschland kommen, erzählen, sie wüssten nicht mehr, was sie bei dieser eklig feuchten Kälte anziehen sollten, verwundert dann doch. Kälte ist eben nicht gleich Kälte.
  • Babuschka: Das russische Wort für „Oma“ kennt man in Deutschland auch, wenn man sonst keine Ahnung von Russland hat. Häufig werden auch die russischen Puppen fälschlicherweise als Babuschki bezeichnet, aber dazu später mehr.
  • Gastfreundschaft: Die Gastfreundschaft wird den Russen geradezu klischeehaft nachgesagt. Schaut man sich russische Familien an, fällt einem sehr schnell auf, dass dieses Klischee absolut seine Berechtigung hat. Dadurch, dass die russische Familie häufig größer ist, wie die typisch deutsche Vater-Mutter-2 Kinder-Familie, geht es auch immer hoch her. Ein Gast wird mit großem Hallo empfangen und wird sofort von der Hausherrin als Essensgast mitgerechnet. Aber nach so einem herzlichen Empfang kann man sich einfach nur noch wohlfühlen!
  • Hauptstadt Moskau: Dass Moskau die Hauptstadt von Russland ist, weiß genauso jeder. Aber dass es in Moskau noch andere Dinge zu sehen gibt, als nur den Kreml, wissen nicht so viele. Dabei schaffen es Russisch-Lehrer ihre Schüler in Salzsäulen zu verwandeln, wenn sie nur Bilder von Moskau zeigen. Ehrlich wahr! Die russische Architektur mit ihren 3, 6, 9 oder noch mehr bunten Kuppeln strahlt eine so große Schönheit aus, dass man allein dafür einmal nach Moskau reisen sollte.
  • Küche: Die russische Küche unterscheidet sich natürlich stark von dem, was der Mitteleuropäer normalerweise so von Haus aus gewöhnt ist. Die Damen, die auf ihre schlanke Linie achten, würden vor einem russischen Essen bestimmt die Hände überm Kopf zusammenschlagen, denn es wird vieles in Öl gebacken, zu bestimmten Gerichten kommt ein Riesenklecks Schmand oder Sahne dazu und mit Gewürzen wird alles, aber nur nicht gegeizt! Aber es gibt nicht nur solche Gerichte, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Mit einem russischen Borschtsch, der Gemüsesuppe, wäre bestimmt der letzte Zweifel beseitigt.
  • Matrjoschka: Diese Puppen sind auch Deutschland sehr beliebt. Wenn man eine Puppe öffnet, kommt aus ihr eine kleinere zum Vorschein, die wieder eine kleinere in sich trägt usw., bis zur siebten, kleinsten. Diese Puppen sind das absolut beliebteste Russland-Souvenir. Um diesen Brauch zu verstehen, ist es sicher nützlich zu wissen, dass sich das russische Wort für „Familie“, „Semja“, aus dem Wort für „Sieben“, „Sem“, und aus dem Wort für „ich“, „ja“, zusammensetzt. Die russische Familie betrachtet sich also quasi als ein Herz in mehreren Körpern und genau dafür steht die Matrjoschka.
  • Pelmeni: Diese kleinen Teigtaschen kennt jeder Kontinent unter verschiedenen Namen. Was in Deutschland die Maultaschen sind, kennen die Italiener als Ravioli oder Tortellini und der Russe eben als Pelmeni. Insider-Tipp: Sehr zu empfehlen!
  • Samowar: Was wären die deutschen Klischees über Russland ohne den Samowar? Aber seltsamerweise ist das ebenso ein Klischee, das zumindest zu einem großen Teil zutrifft. Kaum eine russische Familie, die keinen Samowar hat. Und selbst die modernen „Chainiki“, die elektrischen Teekocher schaffen es nicht, den guten alten Samowar zu verdrängen. Warum auch immer…
  • Väterchen Frost: Auf das Christkind oder der Weihnachtsmann wartet in Russland kein Kind. Sondern dort ist Väterchen Frost, auf russisch Djed Moross für Weihnachten zuständig. Häufig wird er dabei von seiner Enkelin Snjegurotschka (Schneemädchen) begleitet.

Zum Schluss noch: Was heißt „Prost“ auf Russisch? „Nastrowje“ natürlich? Falsch, ätsch! Dieser Irrtum ist nicht totzukriegen. Aber ein Blick ins Wörterbuch verrät einem, dass „Nastrowje“ Polnisch ist und man in Russland sagt: „Sa twajo sdarowije!“ oder einfach nur „Twajo Sdarowije!“, was so viel heißt wie „Auf deine Gesundheit!“ Also… Prost! Aber diesmal bitte richtig!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s